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Die Säuberung, Band 3 : Verdrängte Erinnerungen - 340 Zeitzeugen berichten
Hardcover / 334 bladzijden / uitgave 2008
taal (talen) : duits
uitgever : Lexis Verlag
collectie : Die Säuberung
nummer : 3
ISBN : 9080668206
EAN : 9789080668201
afmetingen : 302 (h) x 215 (b) x 31 (dk) mm
gewicht : 1490 gram
BESCHIKBAAR
zeer goede staat
59,95 EUR
referentie : 1019774
Alle prijzen zijn BTW inbegrepen
Ein Wort vorab...

Die verborgenen Wasserzeichen entdecken und lesen oder: Wie entsteht Wahrheit?

"Die Aufgabe, die ich mir gestellt habe, lautet Erinnerung. Die Mehrzahl der Erlebnisse und Erfahrungen meines Daseins sind, wie bei jedem, ins Vergessen zurückgefallen. Denn das Gedächtnis ist unausgesetzt dabei, das eine auszusondern, anderes an dessen Stelle zu rücken oder durch neue Einsichten zu überlagern. Der Prozess hat kein Ende. Blicke ich die lange Strecke zurück, drängt eine Flut von Bildern heran, alle wirr und zufällig. Im Augenblick des Geschehens verband sich kein Gedanke damit, und erst nach Jahren gelangte ich dazu, die verborgenen Wasserzeichen in den Lebenspapieren zu entdecken und womöglich zu lesen."
Joachim Fest


Es sind genau 367 Seiten, die Joachim Fest benötigt, um „seine" Erinnerungen an Kindheit und Jugend in „Ich nicht" prägnant niederzuschreiben. Das Buch erschien im gleichen Zeitraum wie Günter Grass' „Das Häuten der Zwiebel". Auf der einen Seite stehen die Erinnerungen eines Mannes, der über seine Familiengeschichte zeigt, dass selbst in Zeiten nationalsozialistischer Terrorherrschaft eine gradlinige Haltung möglich und demokratische Werte vertretbar waren. Auf der anderen Seite steht das Werk eines Autors, der sich während Jahrzehnten als moralische Instanz in der Politik gerierte und erst zum Lebensende seine Zugehörigkeit als Jugendlicher zur Waffen-SS enthüllte. Ein gemeinsames Erinnern von Joachim Fest und Günter Grass wäre zweifelsohne spannend gewesen.

Genau dieses gemeinsame, dialogische Erinnern wird mit diesem dritten Band von „Die Säuberung" für die heutige Deutschsprachige Gemeinschaft angestrebt. Möglichst viele Erinnerungen möglichst vieler noch lebender Zeitzeugen aus einer kleinen Grenzregion sollen in diesem Buch in einen offenen Dialog treten.

Es war klar, dass die versuchte Rekonstruktion der Säuberung in den Ostkantonen in all ihren Aspekten aus den Akten belgischer Herkunft nur einen teilweisen, sehr subjektiven und allein belgisch-nationalistisch gefärbten Ausschnitt aus jener brisanten Epoche liefern konnte. Die kollektive Erinnerung soll ein Gegengewicht zu den beiden ersten Bänden der Reihe bilden, damit die Darstellung und Deutung der historischen Realität möglichst nahe kommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, kann die Zeit der Säuberung (1944 bis Anfang der 1950er Jahre) nicht als eigenständiger Geschichtsabschnitt stehen, sondern muss als Teil jener bewegten Jahrzehnte eingeordnet und interpretiert werden, die mit der Volksbefragung von 1920 begannen und mit den aufkommenden Autonomiediskussionen in den 1960er Jahren in eine neue Phase regionalen Geschehens übergingen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde schon 2005 das Projekt „Damit nichts verloren geht" ins Leben gerufen. Die Resonanz war zurückhaltend positiv. Zurückhaltend war sie, da viele Zeitzeugen noch immer nur ängstlich und sehr verunsichert über jene Zeit sprechen und sich scheuen, die vermeintlich überwundene Vergangenheit aus dem Abgrund der Beschwiegen-heit herauszuholen. Die Zusage absoluter Anonymität war für viele Zeitzeugen zwingende Voraussetzung, um überhaupt Interviews machen zu dürfen. Die Resonanz war aber auch positiv, da die Zeitzeugen im Bewusstsein leben, dass ihr Kreis immer kleiner wird, das Wissen [...]
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